MYANMAR

Myanmar: Abwärtsbewegung in der Maslow-Pyramide

Von Daniel Marco Siegfried
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Obwohl sich Child’s Dream mithilfe seiner Bildungs- und Gesundheitsprogrammen auf die Lösung langfristiger sozialer Probleme konzentriert, können wir auch kurzfristige Nothilfemassnahmen in unseren Ländern unterstützen, was wir in der Vergangenheit schon einige Male gemacht haben. Diese Notsituationen wurden jedoch durch Naturkatastrophen wie Überschwemmungen ausgelöst und nicht – wie in der aktuellen Situation – durch den Zusammenbruch eines ganzen Landes. Innerhalb weniger Wochen hat sich Myanmar von einem Land, das voller Hoffnung war in Bezug auf den Aufbau eines demokratischen Regierungssystems, in einen gescheiterten Pariastaat verwandelt, der von Generälen regiert wird. Das Leben von Millionen von Menschen wurde auf den Kopf gestellt, wobei nicht nur ihre Lebensgrundlagen, sondern auch Hoffnungen und Träume zerstört wurden. Dies führte zu einer enormen Verschiebung der Bedürfnisse, da die Menschen in Myanmar an den unteren Rand der Maslowschen Pyramide gedrängt wurden.

Die entsetzlichen Geschichten von noch nie dagewesenem Leid direkt von den betroffenen Menschen zu hören, macht es für uns unmöglich, wegzuschauen. Wir müssen versuchen, das schlimmste Leid so gut es geht zu lindern.

Wir müssen versuchen, das schlimmste Leid so gut es geht zu lindern.

Unsere oberste Priorität ist es, humanitäre Hilfe für diejenigen Menschen zu leisten, die gezwungen waren, ihr Zuhause zu verlassen, und die sich nun aufgrund anhaltender Kämpfe zwischen Armee und Rebellen verschiedener ethnischer Gruppen versteckt halten. Seit dem Staatsstreich wurden rund 200’000 Menschen im eigenen Land vertrieben. Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort wollen wir bis Ende September mindestens die Hälfte von ihnen mit Nahrungsmitteln, Unterkünften und medizinischer Grundversorgung unterstützen. Wir sind auch im Gespräch mit einigen Gesundheitsorganisationen, um ihnen bei ihren COVID-19-Bemühungen zu helfen. Bislang haben wir 1,5 Mio. USD für diese humanitären Hilfsmassnahmen bereitgestellt. Unsere zweite Priorität ist die Aufrechterhaltung unserer bestehenden Gesundheits- und Bildungsprogramme, selbst unter den widrigsten Umständen. Leider mussten einige Programme aus Sicherheitsgründen gestoppt werden, aber die meisten laufen trotz der zahlreichen Herausforderungen weiter. Die Entschlossenheit, Anpassungsfähigkeit und der Einfallsreichtum unserer lokalen Partner, Kolleginnen und Kollegen in Myanmar in Verbindung mit der internationalen Solidarität unserer Spenderinnen und Spender sind unsere grosse Stärke, um den Menschen in ihrer Not nicht nur zu helfen, sondern ihnen auch einen Teil ihrer Hoffnungen und Träume zurückzugeben. Myanmar braucht uns jetzt – mach mit!